Siebrasse & Schenk

Siebrasse & Schenk

„Findet euch“ gab Joseph Beuys, Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, Anfang der 1970er Jahre Christoph Siebrasse und Rainer Schenk mit auf dem Weg, als sie in seiner offenen Bildhauerklasse waren.
Sie fanden sich. Christoph Siebrasse, der Möbelkünstler und Skulpteur, und Rainer Schenk, der Maler, gingen und gehen mit beunruhigender Kreativität und unbeirrt ihren Weg. „50 gemeinsame Jahre Kunst haben uns getragen – nie erschüttert“, sagt Siebrasse, gebürtig aus Dabringhausen im Bergischen, der mit 16 Jahren sein erstes Möbel entwarf und baute, und von dem Prof. Wolfgang Laubersheimer, Leiter der Köln International School of Design, sagte, er könne „den Siebrasse nicht einordnen“, der zum einen Designer, zum anderen Künstler sei – er sei alles. In perfekter Symbiose zu Rainer Schenk, gebürtig aus Erfurt, dessen Bilder und Skulpturen den nie vollendeten kreativen Akt in der ihm eigenen Dynamik widerspiegeln. (Marie-Anne Schlolaut)



Vita

Christoph R. Siebrasse
1944 geboren in Wermelskirchen (Bergisches Land)
1964-69 Lehr- und Studienjahre in Köln und Berlin
1968 Begegnung mit Rainer Schenk. Seitdem gemeinsamer Lebens- und Arbeitsweg

Rainer Schenk
1950 geboren in Erfurt
1968 Begegnung mit Christoph Siebrasse. Seitdem gemeinsamer Lebens- und Arbeitsweg

1969 Gründung eines ersten „Kunst- und Designstudios“ in Kronberg/Taunus
1970 Umzug nach Köln
1970-72 gemeinsame Teilnahme an der Bildhauerklasse von Joseph Beuys
1970-78 individuelle Möbelentwürfe und Einrichtungsplanungen, u.a. das Schulungszentrum Schloss Donndorf (Bayreuth)
1979-85 Aufenthalt auf Gran Canaria. Einrichtungskonzepte für Ferienwohnungen
1986 gemeinsame Rückkehr nach Köln. Gründung der Gruppe „Confrontation: Art und Design“ (CAD)
1987-94 Messebeteiligungen mit CAD auf der Möbelmesse Köln. Entwürfe zahlreicher Möbelobjekte und Unikate wie z.B. einem Ecksofa für Franz Xaver Ohnesorg, dem damaligen Direktor der Kölner Philharmonie
1990 Beteiligung an der 5. Triennale „Zeitgenössisches deutsches Kunsthandwerk“
1992 Möbelmesse Mailand, Stand der Bundesrepublik Deutschland / Video: Goethe-Institut: „Neues Deutsches Design“ / Ausstattung der Kultursendung Aspekte mit Stuhl und Tisch „Sensilla“ / Moderation Carola Wedel, „Lebensraum“ in der Friedrich Naumann Stiftung / Stuhl und Tisch im Architekturmuseum Frankfurt a. Main / diverse Ausstellungen in Stockholm, Basel, Paris, Freiburg u.a.
1993 patentierte Entwicklung eines linearen Zeitablesesystems als Tisch – und Armbanduhr
1995 Umzug in den Kunsthof Dahsen auf Einladung der Stadt Ennigerloh (Münsterland)
1997 Berufung in den Deutschen Werkbund (Siebrasse)
1998 Rückkehr nach Köln und Leitung der Köln Galerie
2004 Hinwendung zur Hinterglasmalerei (Scratch-Art)
2009 Projekt „Der andere Blick“ (Skulpturen, die auf den Zusammenhang von Mensch, Gesellschaft, Umwelt und Zeit verweisen). Teilnahme mit dem Projekt an der Biennale Berlin 2012
2012 Aufnahme des Stuhls „Sensilla“ in die ständige Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Köln