DK-xx Wieland der goldne Spiegel

Der goldne Spiegel …

(Wieland, Christoph Martin): Der Goldne Spiegel, oder die Könige von Scheschian, eine wahre Geschichte.

Aus dem Scheschianischen übersetzt. 4 Bände.
Verlag: Leipzig, Weidmanns Erben und Reich,, 1772, 1. Auflage

4 gest. Frontisp. von Geyser nach Mechau, XXIV, 226; 238; XXVI, 228; 232 Seiten, 1 Blatt, mit 4 gest. Titelvignetten. Goed. IV, 1, 555, 66c; Deusch 24; Seuffert V, 183; Günther/Z. 604; Rümann 1927 bzw. S. 53f.; Winter 38p. – Erste Ausgabe. – „Der Roman in der Tradition der Fürstenspiegel versucht eine Staatsutopie, die jedoch voller Kompromisse u. Zugeständnisse nach allen Seiten ist. “ (Wieland, Schubart, Ausstellung des Schiller Nat.-Museums, Marbacher Katalog, Nr. 31; 1980, Nr. 35). – Die hübschen Illustrationen wurden früher unbegründeterweise Meil zugeschrieben. – Reihe breitrandig, kaum fleckig nur etwas gebräunt. Die dekorativen zeitgenössischen Einbände nur gering berieben und bestoßen. 16,5:10 cm, Marmorierte braune Ganzlederbände der Zeit mit reicher floraler Rückenvergoldung u. je 2 farbigen Rückenschildern. Das schönste Exemplar, was ich von dieser Erstausgabe je entdecken konnte!

Euro 680,-

Erstausgabe eines bedeutenden Zeugnisses der deutschen Aufklärung, in dem Wieland seine elegant witzige Erzählkunst beweist. Dieser Fürstenspiegel, der in der Tradition des philosophisch-didaktischen Staatsromans steht, hat, da er sich auf einen hypothetischen Idealstaat bezieht, auch utopischen Charakter. Darüber hinaus aber versucht er in pädagogischer Absicht vor allem das Verhältnis eines idealen Fürsten zu seinem Staat in Rechten und Pflichten darzustellen. Wieland folgt darin Fénelons „Télémaque“ und Marmontels berühmtem „Bélisaire“ besonders aber Albrecht von Hallers „Usong“, dem er sein Werk als Konkurrenz entgegensetzte. Wielands hier dargelegte politische Vorstellungen weisen seine Loyalität gegenüber Joseph II. aus. Vorausschauend deutet er mit seinen Angriffen auf die Macht des Klerus auf das Verbot des Jesuitenordens 1773 hin.