Lückeroth Jupp

Jupp Lückeroth (1919-1993)

„Das gesamte Dasein ist eine fließende Bewegung ohne Grenzen. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Malerei seit Cézanne und den Impressionisten und der Revolutionierung des physikalischen Weltbildes um die Jahrhundertwende. Im Mittelpunkt steht die bildliche Umsetzung von Bewegung. Bewegung ist eine Form von Zeit. Bewegung ist Zeit. Zeit produziert Raum. Die Zeit als 4. Dimension erweitert den dreidimensionalen in einen vierdimensionalen Raum. Wir sprechen von einem Zeitraum. Der Raum ist untrennbar an die Zeit gebunden. Wenn der Raum gekrümmt ist, ist nach Einstein auch die Zeit gekrümmt. Wenn der Zeitraum gekrümmt ist, sind auch die Bewegungsformen gekrümmt. Hierauf begründen sich meine Wellenbilder.“ (Jupp Lückeroth)



 
Vita

1919 geboren in Köln
1936-39 Ausbildung zum Versicherungskaufmannsgehilfen
1941-45 Soldat in Rumänien, russische Gefangenschaft
ab 1947 leitende Tätigkeit in einem Kölner Versicherungsunternehmen
1948-51 Parisaufenthalt, theoretische Auseinandersetzung mit moderner Kunst
ab 1951 Studium des holistischen Weltbildes und verwandter Themen (Zen-Buddhismus) als geistige Basis informeller Malerei
ab 1952 erste tachistische Bilder
ab 1953 Studienaufenthalte in den Hochmoorgebieten des Schwarzwaldes und an der Nordsee.
Studienreisen nach Italien, Frankreich, Belgien, Holland
1956 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kölner Künstler und erste Ausstellungsbeteiligungen
ab 1957 erste Arbeiten auf Bristolkarton mit Metallfarben.
Freundschaft mit Klaus Franck, mehrere Ausstellungen in der Zimmergalerie Franck in Frankfurt a.M.
1958 Beginn der Sammlertätigkeit, Aufbau der Sammlung „Frühes Deutsches Informel“.
Beteiligung an der 7. Abendausstellung „Das rote Bild“ in Düsseldorf
1960 Mitbegründer der Gruppe „fabo“ in Bochum (Manifest)
1961 Zusammenarbeit mit Oscar Fritz Schuh (Kölner Bühnen). Durch ihn Vermittlung mehrerer Ausstellungen
1962 Mitglied des Kreises 60 in Düsseldorf, Mitglied des Kunstkreises 52 in Gelsenkirchen
1963 Mitglied der Duisburger Sezession, Begegnung mit Prof. Grohmann
ab 1974 Freundschaft mit Frau Irmgard Vieth. Ausstellungen und Beteiligungen in der Dielen-Galerie Viet in Köln
1978 Mitglied des Künstlervereins „Malkasten“ in Düsseldorf
1993 verstorben in Köln

Die Sammlung „Frühes Deutsches Informel“ von Jupp Lückeroth befindet sich heute nebst zahlreichen eigenen Werken des Künstlers im Gustav-Lübcke-Museum, Hamm

Einzelausstellungen (Auswahl)

1957 Galerie Buddé, Bochum
1958 Zimmergalerie Franck, Frankfurt/Main; Galerie Seide Hannover
1959 Kunstkabinett Neuburger, Duisburg
1960 „Wenn der Raum sich krümmt“, Zimmergalerie Franck, Frankfurt/Main; Galerie Clasing, Münster
1961 Galerie Falazik, Bochum
1963 Märkisches Museum, Witten
1967 Level Art Gallery, London
1974 Dielen-Galerie Vieth, Köln, Eröffnungsausstellung
1975 Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf
1979 Städtische Kunstsammlung, Rheinhausen
1999 Ausstellung zum 80. Geburtstag. Städtisches Museum Simeonstift, Trier
2000 Kölnische Galerie des Kölnischen Stadtmuseums; Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach
2004 Retrospektive zum 85. Geburtstag von Jupp Lückeroth, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm
2005 „Spann! Jupp Lückeroth: Skriptograf-Zeichnungen aus dem Informel“, Galerie Heinz Bossert, Köln
2007 Haus der Kunst, Nümbrecht; Museum Villa Erkens, Grevenbroich
2009 Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach; Kölnische Galerie des Kölnischen Stadtmuseums;
„Jupp Lückeroth und seine Malerkollegen“, Große Kunstschau Worpswede
„Eine Hommage zum 90. Geburtstag …“, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm

Gemeinschaftsausstellungen (Auswahl)

1958 7. Abendausstellung „Das rote Bild“ im Atelier von Otto Piene, Düsseldorf
1960 „fabo 60“, Eröffnungsausstellung Galerie Falazik, Bochum
1960 Internationale Malerei, Wolframseschenbach
1962 Prix Suisse de Peinture, Lausanne
1964 Zehn Jahre Galerie Franck, Franfurt/Main
1965 Die neue Generation, Kunstverein Hannover
1966 Rubinstein-Preis, Städtische Galerie München
1968 „Acht deutsche Maler“, Uppsala
1972 Bertram-Russell-Foundation, Nottingham
1976 „Deutsches Informel“, Schloss Gracht, Erftstadt
1980 Duisburger Sezession, Städtisches Museum Simeonstift, Trier
1982 „Arteder 82“, Muestra Internacional de Arte, Bilbao
1983 „Fiac 83“, Grand Palais, Paris
1984 „Dahmen, Hoehme, Lückeroth“, Galerie Vieth, Köln
1985 „Frühes Deutsches Informel“, Städtisches Museum Simeonstift, Trier
1986 „Deutsche informelle Malerei“, Städtisches Museum Gelsenkirchen
1987 „Informel und Abstraktion der 50er und 60er Jahre“ mit Baumeister, Hoehme, Schumacher, Winter und Wols,
Galerie Dorn, Stuttgart; „Konstruktiv – Meditativ“ mit Beuys, Dahmen, Graubner, Hoehme, Kricke, Mack
und Piene, Galerie Schröder, Mönchengladbach
1992 „Deutsche informelle Malerei – Werke aus der Sammlung Lückeroth“, Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen
1996 „Informel in Deutschland – Die Sammlung Jupp Lückeroth“, Städtisches Museum Simeonstift, Trier
1998 „Brennpunkt Informel. Kunst der 50er Jahre zwischen Moderne und Postmoderne“
Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg
2006 „Wege zur Abstraktion III“ – Das Informel der 50er Jahre, mit Götz, Trier und Schultze
Galerie Schröder und Dörr, Bergisch Gladbach

Bibliographie (Auswahl)

„Jupp Lückeroth – Informelle Malerei 1952-1987“, Städtisches Museum Simeonstift, Trier, 1988
„Frühes Deutsches Informel – Sammlung Lückeroth“, Städtisches Museum Sindelfingen, 1991
„Informel in Deutschland – Die Sammlung Jupp Lückeroth“, Städtisches Museum Simeonstift, 1996
„Brennpunkt Informel“, Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg, 1998
„Jupp Lückeroth – Ein Kölner Maler des Informel“, Kölnische Galerie des Kölnischen Stadtmuseums, 2000
„Jupp Lückeroth – Skriptographien“, Galerie Heinz Bossert, Köln, 2005
„Sterne in der Erde – Informelle Gouachen von Jupp Lückeroth“, Anneliese Schlagloth, Bergisch Gladbach, 2007
„Jupp Lückeroth – Schenkung Schlagloth“, Kölnische Galerie des Kölnischen Stadtmuseums, 2009