Fürst Albert

Albert Fürst (geb. 1920-2014)

„… Fürst war der Mann der Spur, der geahnten Aussage, zuweilen heimlicher Geständnisse des inneren Ich. Von seinen Malereien der Jahre 1954-56 habe ich eine sehr lebhafte Erinnerung: Öl auf rohem Sackleinen, wo im Wechselspiel von Schwarz und Weiß fantastische Gebilde erschienen, scheinbar in der Bereitschaft zur Lösung in der Osmose. Es handelt sich dabei nicht nur um Flecken, Gebärden oder Zeichen, sondern um mehr oder weniger insistierende Spuren einer unterschwelligen Gegenwart unter der Oberfläche des Bildes. …“
(Pierre Restany, Paris, 3. November 1999. Aus: Albert Fürst Traumzeichenschwebe, Richter Verlag Düsseldorf)



 
Vita

1920 am 20. April geboren
1939-1940 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Franz Doll und Prof. Martin Paatz
1940-1945 Krieg und Gefangenschaft. In dieser Zeit entstanden u. a. seine „Russland-Zeichnungen“
1946-1949 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Wilhelm Schnurr und Prof. Heinrich Kamps
1948-1951 Studium der Romanistik und Philosophie an der Universität Köln (Staatsexamen),
künstlerisches Ausbildungsjahr an der Kölner Werkschule sowie einjähriger Studienaufenthalt an der Pariser Sorbonne
1953 Eintritt in den Schuldienst in Düsseldorf (Gymnasiallehrer für Kunsterziehung und Französisch)
1954 Eintritt in die „Künstlergruppe Niederrhein 53 e. V.“, seit 1955 kurz „Gruppe 53“
1956-1957 Leitung der „Gruppe 53“
1958-1962 Mitglied der „Neue Gruppe Saar“
1975-1990 Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten e. V., Düsseldorf (Ehrenmitglied seit 1990)
ab 1982 freischaffend in Düsseldorf
2001 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
2014 am 12. Januar verstorben

Leben

Der junge Albert Fürst begeisterte sich zunächst nur für den kleinen Kunstkosmos, den seine Eltern ihm boten. Der Vater arbeitete als Verwaltungsbeamter und stand den ersten Malversuchen seines Sohnes mit freundlicher Gleichgültigkeit gegenüber. Albert Fürst kopierte Postkarten, Landschafts- und Heiligenbilder und entwickelt einen starken Drang sich zu verbessern. Daneben übte er Geige und Klarinette und war sich über seinen weiteren Lebensweg lange Zeit im Unklaren.

Nach dem Abitur studierte er in den Jahren 1939–1940 als KD-Mitglied an der Kunstakademie Düsseldorf klassische Malerei bei Franz Doll und Martin Paatz, wurde aber schon bald in die Wehrmacht einberufen. Zu dieser Zeit favorisierte er den Müllersohn Rembrandt, der für ihn beim geistlosen Militär die Funktion eines beschützenden Dämons einnahm. Albert Fürst wollte genauso gut malen können wie dieser, brachte aber an der Front in Mittel-Russland nur Federzeichnungen eines ganz anderen Stils zustande. Annelie Fürst, seine erste Frau, erkannte den dokumentarischen Wert dieser Kriegsrealismen und bewahrte sie für die Nachwelt auf. 1945 kam sie bei einem Bombenangriff ums Leben.

Albert Fürst schmorte zu dieser Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft und hatte sich auf stimmungsvolle Landschaftsaquarelle verlegt. Erst 1946 konnte der junge Witwer sein Studium bei Wilhelm Schmurr und Heinrich Kamps fortsetzen. Ein Wechsel an die Werkkunstschule Köln brachte neue Eindrücke. In Paris ergänzte er für ein Jahr sein Bildungsprofil durch Philosophie und Romanistik und geriet dabei zum ersten Mal mit Bildern von Wols, dem Begründer des Tachismus, in Kontakt, um dann schockiert von dessen frühem Tod im Jahre 1951 ein Staatsexamen in Köln zu machen. Noch im selben Jahr heiratete er Annemarie Francken-Schwann.

Ab 1953 arbeitete Albert Fürst als Kunsterzieher im Schuldienst, u. a. in den 1960er Jahren im Schloß-Gymnasium Benrath. In den Jahren 1956/57 stieg er zum Leiter der Gruppe 53 auf[3], was seinen künstlerischen Horizont enorm erweiterte und größere Ausstellungen in Düsseldorf, Aachen, Mannheim und Eindhoven bescherte. In den späten sechziger Jahren war er für die „Rheinische Panto Mini Oper“ auch als Sänger, Schauspieler und Regisseur tätig. 1975 übernahm der Vielbeschäftigte die Leitung eines altertümlichen Düsseldorfer Kunstvereins namens Malkasten, und erreichte bereits zwei Jahre später die offizielle Öffnung des Vereins für Frauen. Doch erst ab 1982 kann er sich nach der Entlassung aus dem Lehrerkollegium voll und ganz seiner eigenen Kunst widmen.

Fürst erhielt am 30. Januar 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[4] Er lebte und arbeitete in Düsseldorf. Wie viele Lehrer der älteren Generation konnte er dem Internet nicht viel abgewinnen und betrieb trotz eines ansehnlichen Gesamtwerkes auch keine eigene Plattform. (Quelle: Wikipedia)